Entscheidungen zu treffen ist nicht immer einfach, besonders nach schlechten Erfahrungen wie Enttäuschungen oder Veränderungen. Dennoch muss sich jeder Mensch täglich entscheiden, denn darauf baut sich das Leben auf. Erfolgreiche Menschen zeichnet aus, dass sie rasch und überzeugt entscheiden. Dieser Beitrag zeigt, wovon die Qualität Ihrer Entscheidungen abhängt und wie Sie sie verbessern.
Worum geht es in diesem Video?
Birol Isik erklärt im Podcast, dass man sich nicht «nicht entscheiden» kann: In jedem Moment wird bewusst oder unbewusst entschieden. Wer unbewusst entscheidet, wird leicht zum Opfer von Gewohnheiten und äusseren Einflüssen wie Werbung.
- Jeder Moment ist eine Entscheidung, bewusst oder unbewusst.
- Unbewusste Entscheidungen folgen oft alten Mustern und äusseren Einflüssen.
- Tägliche Reflexion hilft, Entscheidungen bewusster und in Ruhe zu treffen.
Wovon hängt die Qualität einer Entscheidung ab?
Birol Isik hat in über 21 Jahren Coaching mit mehr als 10'000 Menschen neun Einflussfaktoren beobachtet, die über die Qualität von Entscheidungen bestimmen:
- Weltbild: die Brille, durch die Sie Situationen deuten
- Glaubenssätze: innere Überzeugungen über sich und die Welt
- Werte: was Ihnen wirklich wichtig ist
- Wissen: Informationen, auf die Sie sich stützen
- Vision: ein Bild davon, wohin Sie möchten
- Umfeld: Menschen, die Ihre Entscheidungen beeinflussen
- Gefühle: Angst, Zuversicht, Druck oder Neugier
- Selbstbewusstsein: das Wissen um Stärken, Fähigkeiten und Interessen
- Selbstvertrauen: das Vertrauen, mit den Folgen umgehen zu können
Wer einen dieser Faktoren verändert, verändert seine Entscheidungen. Die Liste dient deshalb auch als Checkliste: Wo stehen Sie bei jedem Faktor?
Warum fällt Entscheiden manchen Menschen schwer?
Ein ängstlich erzogener Mensch entscheidet nicht gerne, weil er in allem eine Gefahr sieht. Sein Selbstvertrauen ist oft niedrig, deshalb riskiert er wenig. Er setzt sich keine Ziele und schwimmt mit der Masse mit. Die Folge ist ein monotones Leben, in dem Antrieb verloren geht. Wer nie mutig handelt, erfährt auch nie, wozu er fähig gewesen wäre.
Das Fundament dafür legen häufig Umfeld und Erziehung, die Vorsicht höher bewerten als Mut. Die gute Nachricht: Diese Muster sind erlernt und lassen sich verändern. Mehr zu den Hintergründen der Angst lesen Sie im Beitrag Angst.
Was die Forschung über Entscheidungen sagt
Selbstwirksamkeit stützt das Entscheiden. Teri Hepler und Deborah Feltz von der Michigan State University untersuchten, wie Menschen in Entscheidungssituationen im Sport vorgehen. In ihren Versuchen nutzten die Teilnehmenden in 70 Prozent der Durchgänge die Strategie, die zuerst eingefallene Option zu wählen. Frühe Optionen waren besser als späte, und die Studie stützt einen Zusammenhang zwischen Selbstwirksamkeit und dieser Strategie (Hepler und Feltz, 2012). Für den Alltag bedeutet das: Wer sich Entscheidungen zutraut, vertraut oft auch seinen ersten guten Einfällen.
Emotionale Kompetenz hilft bei Berufsentscheidungen. Eine Untersuchung der University of Nottingham mit 472 Studierenden zeigte, dass höhere emotionale Intelligenz mit weniger Schwierigkeiten bei Berufsentscheidungen verbunden ist. Dieser Zusammenhang lief weitgehend über die Zuversicht in die eigene Entscheidungsfähigkeit (Santos et al., 2018). Gefühle zu verstehen und zu nutzen, erleichtert also das Entscheiden, statt es zu behindern.
Beide Arbeiten beschreiben Zusammenhänge, keine Garantien. Sie passen aber zu dem, was Birol Isik in der Praxis erlebt: Wer sich selbst kennt und sich vertraut, entscheidet klarer.
Fünf Schritte zu besseren Entscheidungen
1. Entscheidung klar benennen
Formulieren Sie in einem Satz, worüber Sie entscheiden. Unklare Fragen erzeugen unklare Antworten.
2. Werte und Vision prüfen
Welcher Wert ist hier berührt, und welche Option bringt Sie Ihrer Vision näher? Entscheidungen im Einklang mit Werten halten länger.
3. Wissen sammeln, aber begrenzen
Setzen Sie sich eine Frist für die Recherche. Zu viele Informationen lähmen. Meist genügen zwei bis drei verlässliche Quellen und ein Gespräch mit jemandem, der Erfahrung hat.
4. Gefühle ernst nehmen, nicht gehorchen
Angst ist eine Information, kein Befehl. Fragen Sie: Was befürchten Sie konkret, und wie wahrscheinlich ist es? Wie Sie Angst als Antrieb nutzen, zeigt der Beitrag Angst als Antrieb nutzen.
5. Entscheiden und handeln
Setzen Sie die Entscheidung mit einem ersten kleinen Schritt um, am besten noch am selben Tag. Handeln erzeugt Rückmeldung, und Rückmeldung verbessert die nächste Entscheidung. Eine Entscheidung ist kein Urteil über Ihre Person, sondern ein Schritt auf dem Weg.
Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein aufbauen
Zwei der neun Faktoren lassen sich besonders gut trainieren. Selbstbewusstsein wächst, wenn Sie Ihre Stärken, Fähigkeiten und Interessen kennen und regelmässig reflektieren. Selbstvertrauen wächst durch Erfahrung: Jede bewältigte Entscheidung, auch eine kleine, ist ein Beleg. Vertiefend finden Sie dazu den Beitrag Selbstvertrauen und den Lexikoneintrag Selbstwirksamkeit.
Wie Birol Isik Sie bei Entscheidungen begleitet
In Coachings und Workshops vor Ort arbeitet Birol Isik mit den neun Faktoren: Gemeinsam klären Sie Weltbild, Glaubenssätze und Werte und üben, Entscheidungen konkret umzusetzen. Mehr dazu auf den Seiten Mindset-Coaching und Persönlichkeitsentwicklung. Im Standortgespräch klären Sie unverbindlich, ob die Zusammenarbeit zu Ihrer Situation passt.
Fazit
Gute Entscheidungen entstehen nicht aus Zufall, sondern aus Klarheit über sich selbst und Mut zum ersten Schritt. Prüfen Sie die neun Faktoren, entscheiden Sie in fünf Schritten und stärken Sie Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Das Video oben vertieft das Thema im Gespräch.
Quellen und Studien
Dieser Beitrag ruht auf zwei Fundamenten. Das erste ist die Praxis: Birol Isik begleitet seit 2005 Menschen und hat in über 21 Jahren mehr als 10’000 Menschen gecoacht, trainiert und beraten. Diese Erfahrung bildet die Grundlage seiner Coachings und Workshops vor Ort und ist in diesen Beitrag eingeflossen. Das zweite ist die Forschung: Die folgenden Studien von Universitäten und Hochschulen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Grossbritannien und den USA stützen die Aussagen und stimmen mit den Erfahrungen aus der Praxis überein. Die Quellen öffnen in einem neuen Fenster.




